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Das Eifelkrippenhaus

Über die Entstehung eines Heimatkrippenstalls

Teil II: Planung und Bau

Objektsuche und Vorbereitungen zum Bau eines Krippenstalls

EifelkrippenhausBei unseren Ausstellungen auf Weihnachtsmärkten sind wir seit Jahren darum bemüht, immer ein besonderes Ausstellungsstück zu zeigen. So hatten wir schon einmal ein bekanntes Euskirchener Gebäude mit Teilen der alten Stadtmauer präsentiert beziehungsweise aufwändig gestaltete Landschaften gebaut, die dem Betrachter bestimmte Szenarien wie Feldarbeit, Betrieb einer Mühle und dergleichen erkennen lassen.

Eines unserer jüngsten Projekte sollte ein typisches Fachwerkhaus aus der Eifel sein, das von seiner Optik her für die Darstellung eines Krippenstalls geeignet ist. Hierbei ist uns nicht daran gelegen, einen hundertprozentigen Nachbau zu realisieren, sondern lediglich einen Wiedererkennungswert des gezeigten Objektes zu erreichen.

Schon früh im Winter machten wir uns an den Wochenenden auf den Weg, um ein geeignetes Haus zu finden. Nach einigen Touren hatten wir das Haus nach unseren Vorstellungen gefunden. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus im Raum Mechernich aus dem Jahr …, das durch seine besondere Hanglage den Betrachter fasziniert. Ein erstes Probefoto im Schneetreiben wurde geschossen und anschließend zu Hause die Umsetzbarkeit des Projektes in Augenschein genommen. Ein erstes Treffen mit dem Bergischen Krippenbauer Willi Wüstenberg wurde vereinbart, der bei der Umsetzung der Planung, die zum Bau des Eifelkrippenstalls erforderlich ist, behilflich sein sollte. Nachdem die Größe des Hauses durch die einzusetzenden Krippenfiguren festgelegt worden war, galt es, geeignete Unterlagen herzustellen, die den Nachbau ermöglichen.

Um möglichst präzise Fotografien als Vorlage zu bekommen, zog ich den befreundeten Euskirchener Fotografen Hermann Verbeek zu Rate. Hermann überließ mir an einem sonnigen Frühjahrstag eine seiner Kameras, die ausgestattet mit einem großen Weitwinkelobjektiv die gewünschten Fotos ermöglichen sollte. Ein Problem bei den Fotos des ausgesuchten Fachwerkhauses stellt die geringe Straßenbreite in Verbindung mit dem vorhandenen Straßengefälle dar. Durch die professionelle Ausstattung gelang es mir aber, eine Serie von Fotos, inklusive vieler Detailaufnahmen des Fachwerkhauses zu fertigen, die als Grundlage für den Bauplan dienen sollten.

EifelkrippeIm Atelier von Hermann Verbeek wurden die Ergebnisse gesichtet und damit begonnen, eine Frontalansicht des Hauses aus mehreren Segmenten zusammen zu stellen. Mittels Überarbeitung der Bilder über ein Grafikprogramm, wurden die durch die extremen Weitwinkel zwangsläufig entstehenden Rundungen des Gebäudes zunächst entzerrt. Anschließend wurde das erzielte Foto mithilfe der Option „Schwellenwert“ so überarbeitet, das das Ergebnis einer Strichzeichnung ähnelte und somit schon fast ein Bauplan vorlag.

Nun galt es, die Zeichnung auf das Format zu bringen, das dem Maßstab für die später vorgesehenen Krippenfiguren entspricht. Insgesamt 14 Ausdrucke im Format DIN A4 waren das Endergebnis der Frontalansicht unseres Eifelkrippenhauses und standen nun fein säuberlich zusammengefügt als Bauplan zur Verfügung. Der nächste Schritt war die Herausarbeitung einiger Details aus der entstandenen Bauzeichnung. So wurden alle Balken des Fachwerks im geforderten Maßstab ausgeduckt und mit doppelseitiger Klebefolie versehen. Herr Wüstenberg hatte somit die Möglichkeit, die Schablonen direkt auf die vorbereiteten Balkenhölzer zu kleben, um entlang der Kontur der Zeichnung mithilfe einer Bandsäge die präzise Form übernehmen zu können. Die gleiche Vorgehensweise wurde im Bereich des großen großen Tores angewandt, da der Verlauf der Balken hier sehr speziell ist und dem eingebauten Tor seine typische Form gibt. Abschließend zu den Vorbereitungen wurde über Online-Kartenmaterial mittels Boris plus NRW (Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Nordrhein-Westfalen) der genaue Standort des Originalhauses ermittelt und es war möglich, anhand der Liegenschaftszeichnung die genauen Positionen und Winkel vom Haupthaus und angebauten Nebengebäuden zu ermitteln.

Umsetzung und Bau des Eifelkrippenstalls

KrippenstallHerr Wüstenberg erstellte anhand der vorgegebenen Unterlagen nun den Rohbau des Gebäudes, das wie gewünscht in zwei einzelnen Teilen erstellt werden sollte.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den Selbstbau des Hauses näher zu beschreiben. Nur soviel. Herr Wüstenberg baut seine Krippen immer auf einer stabilen Grundplatte aus Massivholz her. Danach beginnt er mit dem tragenden Gerüst aus Balken und Trägern, die dann in den später als Mauerwerk sichtbaren Bereichen mit genau zugeschnittenen Stücken einer Mineralfaserplatte ausgefüllt wird. Auf diese Faserplatten wird später ein speziell für den Krippenbau hergestellter Putz aufgetragen, der dann die Wirkung eines verputzten Mauerwerks wiedergibt.

EifelkrippenstallFür die in Schiefer eingedeckte Front des Hauses haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen. Da es nicht möglich war, bei der Baugröße mit dem Material Schiefer zu arbeiten, wurde dieser Bereich mit genau zugeschnittenen Holzschindeln aus Zirbelkiefer versehen, die dann einen grauen Anstrich erhielten, der dem von Schiefer ähnelt.

In einem späteren Bericht werde ich auf die Arbeit vom Krippenbauer Willi Wüstenberg näher eingehen und versuchen, einige Details beim Bau einer Krippen von ihm zu zeigen.

Schon nach wenigen Wochen konnte Herr Wüstenberg den fertigen Rohbau präsentieren, der dann von uns zur weiteren Fertigstellung übernommen wurde.

EifelkrippenhausZunächst wurde ein Holzrahmen hergestellt, der wie beim Original den gemauerten, grauen Sockel des Hauses wiedergibt. Das vorhandene, starke Gefälle wurde hierbei auf ein Minimum reduziert. Der Rahmen wurde so ausgerichtet, dass er gleichzeitig ein genaues Positionieren der beiden Einzelhäuser ermöglicht. Bei der Dacheindeckung haben wir uns für gebrannte Dachziegel entschieden, die für Modellbauzwecke auch von uns angeboten werden. Abweichend vom Original haben wir uns hier für den Ziegelfarbton entschieden, der mittels Airbrush gealtert wurde und einen schönen Kontrast zu den anderen Farbtönungen des Hauses darstellt. Der Kamin wurde ebenfalls mit kleinen Steinen gemauert und entsprechend eingepasst. So wurden insgesamt bei der Dachfläche über 1000 Ziegel verarbeitet.

EifelkrippeNach der abschließenden Ausstattung mit Beleuchtung begannen die Arbeiten, die das Gebäude mit der übrigen Landschaft vereinen sollte und einige Wochen später konnte der Probeaufbau, so wie er später auf dem Euskirchener Weihnachtsmarkt präsentiert werden sollte, abgeschlossen werden.

Die Präsentation des Eifelkrippenhauses auf dem Euskirchener Weihnachtsmarkt war anschließend ein voller Erfolg. Eine große Anzahl der Besucher erkannten das Gebäude wieder bzw. konnten gleich den Stil eines typischen Eifeler Fachwerkhauses wiedererkennen.

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